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Ladekarten-Vergleich 2026: Worauf es wirklich ankommt
Über 200.000 öffentliche Ladepunkte, mehr als 600 Ladekarten und Apps – und an fast jeder Säule ein anderer Preis. Wer Ladekarten vergleicht, vergleicht in Wahrheit Kleingedrucktes. Wir zeigen mit echten Zahlen, welche Kosten den Preis pro Kilowattstunde treiben und wie du den passenden Tarif findest.
Eine Ladekarte fürs E-Auto klingt simpel: anstecken, laden, zahlen. In der Praxis ist der deutsche Lademarkt aber einer der intransparentesten überhaupt. Laut Bundesnetzagentur gab es Mitte 2026 rund 204.000 öffentliche Ladepunkte – bedient von hunderten Anbietern mit zusammen über 600 verschiedenen Ladekarten und Apps. Das Ergebnis: Für dieselbe Kilowattstunde an derselben Säule kann der Preis je nach Karte um bis zu 50 Cent auseinanderliegen.
Was das praktisch bedeutet, zeigt eine typische Rechnung. Wir rechnen auf dieser Seite immer mit 200 kWh im Monat, das entspricht etwa 1.100 bis 1.200 km mit einem Kompaktwagen. Selbst wenn jeder Anbieter dich an seinen eigenen Säulen laden lässt, kostet derselbe Strom je nach Karte zwischen rund 86 € und 144 € im Monat. Lädst du die Hälfte woanders, wird alles teurer – und bei drei Tarifen der Tabelle unten geht es dann gar nicht mehr, weil ihre Karte dort, wo du gerade stehst, nicht funktioniert. Der ADAC kommt zum gleichen Befund: Spontan ohne Vertrag zu laden ist bis zu 62 % teurer als mit. Es lohnt sich also, die vier Kostenfaktoren zu kennen, die in jedem Ladetarif stecken.
Die 4 Kostenfaktoren, die jeder Ladetarif versteckt
1. Der kWh-Preis – und warum er selten der Endpreis ist
Der beworbene Preis pro kWh ist meist nur die halbe Wahrheit. 2026 liegt öffentliches Laden im Schnitt bei rund 52 ct/kWh an AC-Säulen (Wechselstrom) und etwa 60 ct/kWh an DC-Schnellladern (Gleichstrom) – mit einer Spanne von rund 34 bis 89 ct/kWh. Der niedrige Preis gilt aber fast immer nur an den Säulen des eigenen Anbieters. Sobald du an einer „fremden“ Säule lädst (Roaming), wird es teurer.
2. Die Grundgebühr
Viele Tarife mit niedrigem kWh-Preis verlangen eine monatliche Grundgebühr. Beispiel EnBW mobility+: Der gebührenfreie Tarif S kostet 56 ct/kWh, der Tarif L mit 11,99 €/Monat nur noch 39 ct/kWh. Die Faustregel: Beim Sprung von S auf L lohnt sich die Grundgebühr ab rund 70 kWh im Monat. Wer weniger lädt, zahlt drauf. Bei unseren 200 kWh macht der Sprung 89,99 € statt 112 €.
3. Blockier- und Standgebühren
An vielen Schnellladesäulen läuft nach einer gewissen Zeit eine Blockiergebühr pro Minute – unabhängig davon, ob noch geladen wird. Bei EnBW sind das 10 ct/Minute nach 4 Stunden, gedeckelt auf 12 € pro Vorgang. Aral pulse berechnet an fremden Säulen 15 ct/Minute, an DC schon ab 45 Minuten. Tesla verlangt an stark frequentierten Superchargern eine „Idle Fee“ von bis zu 1 €/Minute.
4. Roaming-Aufschläge
Lädst du über einen Anbieter an der Säule eines anderen Betreibers, verdienen beide mit. Bei EnBW steigt der Preis vom eigenen Netz (39–56 ct/kWh) im Roaming auf bis zu 89 ct/kWh – je nach Tarif rund 60 % bis gut das Doppelte. ADAC e-Charge kostet 55 ct/kWh an Aral-pulse-Säulen, im Roaming aber 75 ct/kWh. Genau deshalb kostet dieselbe kWh an derselben Säule mit zwei Karten oft unterschiedlich viel.
Ladekarten 2026 im Preis-Überblick
Die folgende Tabelle rechnet zwei Szenarien durch. Links lädst du alle 200 kWh an Säulen des Anbieters – das ist der Fall, mit dem geworben wird. Rechts lädst du die Hälfte bei einem fremden Betreiber, weil der nächste Lader nicht immer der eigene ist. Sortiert ist nach dem rechten Szenario.
Die Annahmen, damit du nachrechnen kannst: 200 kWh im Monat, davon 70 % an AC- und 30 % an DC-Säulen. Die Bundesnetzagentur zählte im März 2026 rund 148.000 AC- und 50.500 DC-Ladepunkte, also etwa 75 zu 25. An einem Schnelllader fließt pro Ladevorgang aber mehr Energie als an einer AC-Säule. Deshalb setzen wir den DC-Anteil auf 30 %. Für die fremde Säule nehmen wir die Mitte der Spanne an, die der Anbieter selbst veröffentlicht (bei EnBW etwa 56 bis 89 ct, also 72,5 ct). Alle Preise Stand Oktober 2026. Bei Gleichstand wird derselbe Platz vergeben.
| Anbieter / Tarif | 100 % im eigenen Netz | 50 % an fremden Säulen |
|---|---|---|
| voltflat M – 150 kWh | 99,59 € Platz 2 | 99,59 € Platz 1 |
| voltflat L – 250 kWh | 99,99 € Platz 3 | 99,99 € Platz 2 |
| voltflat S – 75 kWh | 121,49 € Platz 6 | 121,49 € Platz 3 |
| EnBW mobility+ L | 89,99 € Platz 1 | 123,49 € Platz 4 |
| EnBW mobility+ S | 112,00 € Platz 5 | 128,50 € Platz 5 |
| ADAC e-Charge | 110,00 € Platz 4 | 130,00 € Platz 6 |
| Maingau Autostrom | 110,00 € Platz 4 | 132,00 € Platz 7 |
| Tesla Supercharger | 85,99 € nur bei 100 % DC | gar nicht möglich kein Platz: deckt die 70 % AC nicht ab |
| IONITY Power | 95,99 € nur bei 100 % DC | gar nicht möglich kein Platz: deckt die 70 % AC nicht ab |
| IONITY Direct | 144,00 € nur bei 100 % DC | gar nicht möglich kein Platz: deckt die 70 % AC nicht ab |
Wie die voltflat-Zeilen zu lesen sind: Bei voltflat gibt es keinen kWh-Preis und keine Grundgebühr nebeneinander, sondern ein Paket je Abrechnungszeitraum: 34,99 € für 75 kWh, 64,99 € für 150 kWh, 99,99 € für 250 kWh. Teilst du den Paketpreis durch das Paketvolumen, bekommst du den Preis je kWh – er gilt bei voll ausgenutztem Paket. Dieser Preis ist an jeder angebundenen Säule derselbe, AC wie DC, ohne Roaming-Aufschlag. Deshalb steht bei voltflat in beiden Spalten dieselbe Zahl. Zwei Einschränkungen gehören dazu: Wer sein Paket nicht ausschöpft, zahlt je geladener kWh entsprechend mehr, denn das Paket wird unabhängig von der Nutzung berechnet. Und wer darüber hinaus lädt, zahlt für die Mehrmenge 65 ct/kWh an AC- und 79 ct/kWh an DC-Säulen.
Was die Plätze bedeuten. Im linken Szenario gewinnt EnBW mobility+ L, und voltflat liegt auf den Plätzen 2, 3 und 6. Wer wirklich jede Kilowattstunde an EnBW-eigenen Säulen lädt, fährt dort günstiger als bei uns, und das bleibt so. Rechts dreht sich das Bild, und zwar nicht, weil voltflat billiger würde – unsere Zahl ist in beiden Spalten dieselbe –, sondern weil bei allen anderen ein zweiter Preis dazukommt. EnBW L steigt um 33,50 €, und die Grundgebühr läuft trotzdem weiter. Sie kauft den Rabatt nämlich nur im eigenen Netz: je kWh an einer fremden Säule zahlen S und L denselben Preis.
Warum drei Zeilen keinen Platz bekommen. Tesla und IONITY laden ausschließlich mit Gleichstrom. Die 70 % AC unseres Profils können sie nicht abdecken, und an einer Säule, die ihnen nicht gehört, funktioniert ihre Karte gar nicht. Wer mit einer der beiden fährt, braucht also eine zweite Karte – für den größeren Teil seiner Energie. Vergleichbar bleiben sie trotzdem: Links steht, was sie kosten, wenn jemand die vollen 200 kWh nur an Schnellladern lädt. Tesla ist dann mit 85,99 € das günstigste Angebot der ganzen Tabelle. Für Vielfahrer, die fast nur an der Autobahn laden, ist das ein ernstzunehmender Tarif.
Und wo voltflat verliert. Bei 200 kWh im Monat passt kein voltflat-Paket genau: Mit L bleiben 50 kWh ungenutzt und kosten trotzdem mit, mit M fehlen 50 kWh, die nachberechnet werden. Günstiger ist dann M mit Überschreitung (64,99 € + 34,60 € = 99,59 €) und nicht das größere Paket. Das S-Paket steht rechts nur auf Platz 3 und links auf dem letzten: 75 kWh sind für 200 kWh im Monat zu klein. Wer so viel lädt, nimmt M oder L – und wer deutlich weniger lädt, dreht die ganze Tabelle, weil dann unser Paketpreis auf wenige Kilowattstunden fällt. Welches Paket zu dir passt, rechnet der Tarifrechner auf der Startseite aus.
Eine Einschränkung, die dazugehört: voltflat startet nicht flächendeckend. Der Preis ist an jeder angebundenen Säule derselbe, aber zum Start sind noch nicht alle Betreiber angebunden. Welche Säulen du nutzen kannst, siehst du jederzeit in der App. Die Tarife der anderen Anbieter in dieser Tabelle gibt es dafür heute schon.
Hinweis: Preise ändern sich laufend. IONITY hat zum 1. Juli 2026 um durchschnittlich vier Prozent erhöht, Maingau hat zum selben Datum sein Preismodell umgestellt, und die EnBW-Sommeraktion von fünf Cent Rabatt ist am 30. September 2026 ausgelaufen. Tesla-Preise schwanken zusätzlich nach Standort und Tageszeit, nachts sind einzelne Standorte günstiger. Prüfe vor Vertragsabschluss immer den tagesaktuellen Tarif.
Ad-hoc laden: bequem, aber teuer
Seit der Ladesäulenverordnung und der EU-Verordnung AFIR muss jede öffentliche Säule spontanes Laden ohne Vertrag ermöglichen – an neueren Schnellladern per kontaktloser Giro- oder Kreditkarte. Bequem, aber der Aufpreis ist happig: Laut ADAC ist Ad-hoc-Laden bis zu 62 % teurer als der Vertragstarif desselben Anbieters (z. B. 0,84 statt 0,52 €/kWh). Manche Säulen blockieren beim Start zudem eine Kaution von bis zu 150 € auf der Karte. Für den Notfall gut, als Dauerlösung zu teuer.
Warum ein klassischer „Vergleich“ kaum funktioniert
Vergleichsportale listen kWh-Preise – aber dein realer Preis hängt davon ab, wo du lädst und wie oft. Ein Tarif kann für Pendler an einer bestimmten Säule top und für Gelegenheitsfahrer auf Reisen teuer sein. Hinzu kommt: Selbst die alte Regel „DC ist teurer als AC“ gilt nicht mehr überall – EnBW und EWE Go verlangen im eigenen Netz inzwischen denselben Preis für AC und DC. Es gibt keinen „besten“ Tarif. Nur einen, der am wenigsten versteckt.
So sieht ein transparenter Tarif aus
Der Gegenentwurf ist einfach: ein Preis statt einer Preistabelle je Betreiber. Kein Roaming-Aufschlag, keine Preis-Mathematik je Betreiber, kein Kartenbündel im Handschuhfach. Genau das ist der Ansatz von voltflat.
Bei der Blockiergebühr zählt, was am Ende maximal auf der Rechnung steht – und das ist bei voltflat nach oben gedeckelt: höchstens 12 € pro Ladevorgang, für bis zu 24 Stunden. Es fallen 10 ct je Minute an, und das erst nach 45 Minuten am DC-Schnelllader bzw. 240 Minuten an der AC-Säule. Wer länger als 24 Stunden steht, zahlt darüber hinaus die Blockiergebühr des Betreibers. Zwei Dinge stehen nicht im Kleingedruckten, sondern hier: Die Minuten werden nicht in kWh umgerechnet und nicht von deinem Paketvolumen abgezogen. Das bleibt dir.
| Kriterium | Klassische Ladekarte | voltflat |
|---|---|---|
| Preis pro kWh | variiert je Säule & Betreiber | an jeder angebundenen Säule gleich |
| Roaming-Aufschlag | bei EnBW +44 bis +128 % gegenüber dem eigenen Netz; bei Tesla und IONITY gar kein Roaming | immer inklusive |
| Blockiergebühr | 10–15 ct/Min., Schwelle je Anbieter unterschiedlich; Tesla bis 1 €/Min., nicht überall gedeckelt | max. 12 € pro Ladevorgang und 24 h – 10 ct/Min. ab 45 Min. DC bzw. 240 Min. AC |
| Anzahl Karten/Apps | oft mehrere nötig | eine Karte, plus App |
Eine Karte. Ein Preis. An jeder Säule.
voltflat macht Schluss mit Tarif-Roulette: drei Tarife mit 75, 150 oder 250 kWh Paketvolumen, ab 34,99 €/Monat – anbieterunabhängig, ohne versteckte Gebühren und ohne Blockiergebühr in den ersten 45 Minuten am Schnelllader bzw. 240 Minuten an der AC-Säule.
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Häufige Fragen zu Ladekarten
Was ist eine Blockiergebühr?
Eine Blockiergebühr ist eine Minutengebühr, die anfällt, wenn das Auto nach dem Laden weiter an der Säule steht. Beispiel EnBW: 10 ct/Minute nach 4 Stunden, gedeckelt auf 12 € pro Vorgang. Aral pulse berechnet an Roaming-Säulen 15 ct/Minute, an DC ab 45 Minuten.
Was kostet Ad-hoc-Laden ohne Vertrag?
Ad-hoc-Laden per Giro- oder Kreditkarte ist gesetzlich vorgeschrieben, aber oft deutlich teurer: laut ADAC bis zu 62 % mehr als der Vertragspreis desselben Anbieters – etwa 0,84 statt 0,52 €/kWh. Manche Säulen reservieren vorab bis zu 150 € auf der Karte.
Lohnt sich ein Tarif mit Grundgebühr?
Nur ab einem gewissen Verbrauch. Beim EnBW-Tarif L (11,99 €/Monat statt 0 €) lohnt sich die Grundgebühr ab rund 70 kWh pro Monat im EnBW-Netz. Wer weniger lädt, zahlt mit der Grundgebühr drauf.
Wie viele Ladekarten brauche ich?
Mit voltflat brauchst du nur eine Karte: voltflat. Sie gilt an jeder angebundenen Säule zum selben Preis, egal wer sie betreibt. Ohne so einen Tarif nutzen Vielfahrer zwei bis drei Karten nebeneinander, um Roaming-Aufschläge zu umgehen.
Fazit
Wer Ladekarten vergleicht, sollte nicht auf den beworbenen kWh-Preis schauen, sondern auf die Gesamtkosten inklusive Grundgebühr, Roaming und Zusatzgebühren – und auf das eigene Fahrprofil. Am einfachsten ist ein Tarif, der an jeder Säule denselben Preis hat. Dann erübrigt sich der Vergleich.
Weiterlesen: Günstig E-Auto laden: die konkreten Hebel.
Stand Oktober 2026. Quellen u. a.: ADAC, Bundesnetzagentur sowie die Preisangaben der genannten Anbieter. Preise und Tarife können sich kurzfristig ändern.
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