So rechnet der Tarif-Dschungel-Monitor

Jede Zahl im Monitor kommt aus den Preisen, die Ladesäulen-Betreiber für Laden ohne Vertrag veröffentlichen. Hier steht, was wir damit tun.

Stand heute, 05:20 Uhr

Welche Preise

Seit der EU-Verordnung AFIR müssen Betreiber den Preis veröffentlichen, den jeder ohne Ladekarte oder Vertrag an ihrer Säule zahlt, den Ad-hoc-Preis. Diese Angaben stehen in der Mobilithek, dem nationalen Zugangspunkt für Mobilitätsdaten. Wir werten sie täglich am frühen Morgen neu aus. Preise, die nur mit einer Ladekarte, einem Abo oder einer App gelten, zählen nicht.

Was ein Tarif ist

Ein Tarif ist eine Kombination aus kWh-Preis, Startgebühr, Minutenpreis und Blockiergebühr. Zwei Säulen mit demselben kWh-Preis, aber unterschiedlicher Blockiergebühr haben also zwei Tarife. Gezählt wird jede Kombination einmal, egal an wie vielen Säulen sie gilt.

Gebühren obendrauf

Startgebühr, Minutenpreis und Blockiergebühr hängen davon ab, wie lange das Auto an der Säule steht. Damit sie vergleichbar werden, rechnen wir sie an einer festen Ladung aus:

Der Aufschlag ist die Summe dieser Gebühren, geteilt durch die reinen kWh-Kosten derselben Ladung. Eine Blockiergebühr zählt erst ab der Minute, ab der sie gilt, und nie über ihre eigene Obergrenze. Ladepunkte ohne Gebühren zählen mit 0 %.

Dieselbe Ladung, viele Preise

Die Verteilung zeigt, was 30 kWh an jedem Ladepunkt kosten, mit allen Gebühren bei derselben Standzeit wie oben, in Stufen von 1 €. HPC sind Schnelllader ab 150 kW; sie sind auch in DC enthalten. Die Achse endet dort, wo 99 % der Ladepunkte liegen, damit wenige Ausreißer das Bild nicht zusammendrücken; wie weit sie reichen, steht darunter.

Was herausfällt

Datenfehler und Sonderfälle würden die Spannen verzerren. Deshalb bleiben draußen:

Der günstigste und der teuerste kWh-Preis und der höchste Aufschlag kommen nur aus Tarifen, die ein Netz bundesweit an mindestens 10 Ladepunkten anbietet. Ein Preis, den nur eine Handvoll Säulen nennt, ist kein Tarif, dem man im Alltag begegnet.

Bei der letzten Auswertung für Deutschland fielen so heraus: 38 kostenlose Ladepunkte, 184 mit unplausiblen Preisen, 11.114 mit widersprüchlichen Preisen. An 35.912 weiteren Ladepunkten veröffentlicht der Betreiber keinen Ad-hoc-Preis. Gezählt wurden 146.833 Ladepunkte.

Ab wann wir eine Zahl zeigen

Wie die Netze abrechnen

Ein Netz ist ein Betreiber, unter dem Namen, den er in seinen Daten angibt. Der kWh-Preis ist der mittlere seiner Ladepunkte, Startgebühr, Minutenpreis und Blockiergebühr sind die, die bei ihm üblich sind. Der Aufschlag wird gerechnet wie oben.

Geändert in den letzten 7 Tagen

Ladepunkte, deren kWh-Preis heute ein anderer ist als vor sieben Tagen, je Netz und Ladeart. Eine Änderung nur der Gebühren steht dort nicht.

Wann ist es voll?

Schnelllader melden laufend, ob sie frei oder belegt sind. Für jede Stunde jedes Wochentags zeigen wir den Anteil der Zeit, in der sie „belegt“ gemeldet haben, an der Zeit, in der sie frei oder belegt waren, über die letzten vier Wochen, in deutscher Zeit. Belegt heißt nicht, dass dort geladen wird: Auch ein Auto, das nach dem Laden stehen bleibt, belegt die Säule. Säulen außer Betrieb zählen nicht mit.

Quellen

Datenquelle: Mobilithek. Daten unter der Lizenz CC BY 4.0 stammen von Eco-Movement (63.181 Ladepunkte), EnBW (11.513 Ladepunkte), GLS Mobility (65 Ladepunkte). Auswertung: voltflat.

voltflat bietet selbst eine Ladekarte an. Darum zeigt der Monitor nur den Markt und keine eigenen Preise daneben.

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